Rötung, Schwellung, Erwärmung und Schmerz

NATUR+PHARMAZIE 5/2009

Bei Hautenzündungen Vorbehalte gegen Hydrocortison entschärfen

Leichte Entzündungen der Haut sind häufig – z. B. ein entzündeter Insektenstich oder ein geröteter, juckender, schuppender Ausschlag. Zu den Therapeutika der ersten Wahl gehören in dieser Indikation topische Corticoide, von denen Hydrocortison auch für die Selbstmedikation zur Verfügung steht. Doch lehnen viele Patienten diese Empfehlung ab. Hier ist Beratungskompetenz gefragt.

Kunde (junger Mann, um die 30): Hier, sehen Sie, ich habe da so einen Ausschlag am Handgelenk. Die Haut ist rot, leicht geschwollen und juckt! Können Sie mir da helfen?

Apotheker: (1) Ja, stimmt, das Handgelenk ist leicht gerötet und wenn man genau hinsieht auch ein bisschen geschwollen. Das sieht fast wie der Abdruck eines Armbandes aus.

Kunde: Ja, ich hatte mir vor kurzem im Urlaub auf einem Markt so ein Armband gekauft. Sieht richtig toll aus! Deshalb habe ich es gestern Abend auf einer Party getragen.

Apotheker: (2) Sind Sie denn allergisch auf bestimmte Metalle?

Kunde: Na ja, ich habe mal beim Arzt einen Allergietest machen lassen und da wurde eine Allergie auf Nickel festgestellt. Deshalb achte ich bei Jeans jetzt immer auf den Knopf, weil da ja angeblich Nickel drin ist ...

Apotheker: (1) Fühlt sich ihr Handgelenk denn auch warm an?

Kunde: ... Mh, ja, die Haut hier ist ein bisschen wärmer als der Rest und schmerzt auch etwas ...

Apotheker: (1) Bei Ihnen liegen typische Symptome einer leichten Hautentzündung vor: Rötung, Erwärmung, Schwellung und Schmerz. Eine Hautentzündung ist normalerweise eine Schutzreaktion des Immun- systems. Dringen beispielsweise Fremdkörper über die Haut ein, kann der Körper so die Eindringlinge bekämpfen und das Gewebe reinigen.

Bei einer Allergie ist diese Entzündung aber auf eine Überreaktion des Immunsys-tems zurückzuführen. Der Körper löst dann bei an sich harmlosen Reizen eine solche Hautreaktion aus.

Kunde: Und was kann ich jetzt dagegen tun?

Apotheker: (3) Mittel der Wahl bei Hautentzündungen sind Cremes, die den Wirkstoff Hydrocortison enthalten. Sie hemmen die Entzündung, nehmen so die Rötung und sorgen außerdem dafür, dass Überwärmung, Schwellung und Schmerz wieder zurückgehen.

Kunde: Cortison? Lieber nicht ... ich habe gehört, das hat doch so viele Nebenwirkungen.

Apotheker: (4) Die Nebenwirkungen, an die Sie vermutlich gerade denken, sind nur bei längerer Anwendung von stärker dosierten Cortison-Präparaten zu befürchten, insbesondere wenn diese geschluckt und nicht wie hier lokal angewendet werden. Diese Produkte sind jedoch verschreibungspflichtig.

Rezeptfrei in der Apotheke erhältliche Präparate, wie Fenistil®Hydrocort, sind niedriger dosiert und gut verträglich. Das Präparat enthält den körpereigenen Wirkstoff Hydrocortison und wird eingesetzt in der Behandlung von schwach bis mittelschwer ausgeprägten entzündlichen, allergischen oder juckenden Hauterkrankungen. Bei der kurzzeitigen lokalen Anwendung dieses Produktes sind derartige Nebenwirkungen nicht zu befürchten.

Kunde: Und was heißt kurzzeitig?

Apotheker: Sie sollten die Creme höchs-tens zwei Wochen lang verwenden. Sie tragen die Creme ein- bis zweimal täglich auf die erkrankten Hautstellen auf und reiben sie leicht ein. Meist bessern sich die Beschwerden schon in wenigen Tagen. (5) Sollte das nicht der Fall sein, rate ich Ihnen einen Hautarzt aufzusuchen.

Und noch etwas: (6) Um in Zukunft ganz sicher vor einer solchen Kontaktallergie zu sein, sollten Sie besser vollständig auf Modeschmuck verzichten.

Kunde: Danke für die Beratung!

Kommentar
• Topische oder systemische Antihistaminika
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