Verschlechterung der Überlebensrate | Apotheken-Depesche 4/2019

Bei Hodgkin-Lymphom häufig Vitamin-D-Mangel

Wissenschaftler der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät haben in einer neuen Studie nun den Zusammenhang von Vitamin D und dem Hodgkin- Lymphom untersucht. Naheliegend, denn Hodgkin-Lymphome entstehen im Zusammenspiel mit dem Immunsystem, und der Vitamin-D-Stoffwechsel spielt eine bedeutende Rolle im Immunsystem.
Das Team um Dr. Sven Borchmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Klinik I für Innere Medizin, wollte herausfinden, ob ein Vitamin-D-Mangel bei Hodgkin-Lymphom-Patienten mit einer schlechteren Tumorkontrolle und letztlich mit einem schlechteren progressionsfreien Überleben und Gesamtüberleben verbunden ist. Die Ergebnisse der Studie wurden im renommierten Wissenschaftsjournal Journal of Clinical Oncology veröffentlicht. Patienten mit einem Hodgkin-Lymphom leiden häufig an einem Vitamin-D-Mangel, so die erste Erkenntnis der Experten um Erstautor Dr. Borchmann. Wie in der Gesamtbevölkerung tritt der Mangel im Winter häufiger auf als im Sommer. Auffällig war, dass die Patienten mit einem Vitamin-D-Mangel ein deutlich verringertes progressionsfreies Überleben und Gesamtüberleben aufwiesen. Dieser Effekt zeigte sich unabhängig von anderen relevanten Faktoren wie beispielsweise dem Stadium der Erkrankung oder auch der Art der Behandlung. Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler in der Studie 351 Patienten. Bei 175 Patienten, also der Hälfte der Untersuchten, lag ein Vitamin-D-Mangel vor. Patienten mit Progression oder Rückfall wiesen signifikant niedrigere Vitamin- D-Spiegel auf als Patienten ohne Rückfall (21,4 vs. 35,5 nmol/l). Sie hatten zudem häufiger einen Vitamin-D-Mangel (68 vs. 41 %, p<0.0001). Diesen Effekt beobachteten die Wissenschaftler konstant über alle Krankheitsstadien hinweg.
Die abschließende Analyse ergab, dass ein Vitamin-D-Mangel stark mit einem geringeren progressionsfreien Überleben zusammenhängt (HR: 2,13 [95 %> CI: 1,84-2,48], p <0.0001). Die Analyse erstreckte sich über eine Beobachtungszeit von 13 Jahren. Bezogen auf das Gesamtüberleben, hatten Patienten mit Vitamin-D-Mangel auch ein deutlich höheres Sterberisiko (HR: 1,82 [1,53–2,15], p<0.0001).

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