Instabile Blase

NATUR+PHARMAZIE 12/2002

Besserung innerhalb einer Woche möglich

Die Ergebnisse einer Studie, die im Rahmen der Jahrestagung der International Continence Society vorgestellt wurden, zeigen, dass mehr als 84% der Patienten, die 4 mg retardiertes Tolterodin zur Therapie ihrer instabilen Blase einnahmen, bereits in der ersten Woche einen Behandlungserfolg erfuhren: die Symptome Dranginkontinenz, häufiges Wasserlassen und imperativer Harndrang besserten sich.

Bei einer instabilen Blase leiden die Betroffenen unter Harndrang mit oder ohne Dranginkontinenz, häufigem Wasserlassen und Nykturie. Die Erkrankung hat massive Auswirkungen auf die Betroffenen: Die Nykturie stört den Nachtschlaf, aus Angst vor peinlichen Situationen werden sexuelle Kontakte vermieden, Reisegewohnheiten geändert, Beziehungen und soziale Kontakte eingeschränkt, im schlimmsten Fall völlig vermieden. Trotzdem wird die Erkrankung zu selten diagnostiziert, denn viele Betroffene sind der Meinung, dass ihre Probleme Begleiterscheinungen des normalen Alterungsprozesses sind und sie damit leben müssen. Sie leiden deshalb oft im Stillen ohne sich an Arzt oder Apotheker zu wenden. Eine aktuelle Umfrage an 3057 Erwachsenen ab 35 Jahren in Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien und Schweden ergab, dass in den genannten Ländern und Frankreich ca. 22 Millionen Erwachsene unter instabiler Blase leiden. Dabei lässt sich die Erkrankung gut medikamentös behandeln, wie die vorgestellte Studie belegt. Die Untersuchung sollte Wirkeintritt und Behandlungserfolg von retardiertem Tolterodin in einer Dosierung von 4 mg bei instabiler Blase bewerten. In der prospektiven, offenen, einarmigen Studie nahmen 1147 Patienten mit instabiler Blase (davon 406 bereits vorbehandelt) die Substanz über zwölf Wochen ein. Die Bewertung des Therapieerfolges erfolgte mit Hilfe von Miktionstagebüchern und Fragebögen für Ärzte und Patienten. Ergebnis: Mehr als 84% der Ärzte und Patienten - auch bereits vorbehandelte - berichteten nach der ersten und der zwölften Behandlungswoche von einem sehr guten Behandlungserfolg. Die Besserung betraf die Dranginkontienz, das häufige Wasserlassen und den imperativen Harndrang. Die Medikation wurde gut vertragen, häufigste Nebenwirkung war die Mundtrockenheit, die jedoch in den meisten Fällen nur gering ausgeprägt war. (MW)

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