Die Hordaland Health Study

NATUR+PHARMAZIE 7/2010

Depression durch Magnesiummangel?

Da Depressionen mit systemischen Entzündungen in Verbindung zu stehen scheinen, die wiederum mit der Magnesiumaufnahme assoziiert sind, könnte dieser Mineralstoff in der Ätiologie depressiver Störungen eine Rolle spielen. Nun wurden eventuell bestehende Zusammenhänge in einer großen skandinavischen Patientenkohorte geprüft.

In die Analyse flossen die Daten von 5708 Frauen und Männern im Alter zwischen 46 und 49 Jahren bzw. zwischen 70 und 74 Jahren ein – allesamt Teilnehmer der in Norwegen durchgeführten Querschnittsstudie Hordaland Health Study. Die Depressions- und Angstsymptomatik wurde mit Hilfe der Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) erhoben.

Zwischen der unter Berücksichtigung der Kalorienaufnahme per Fragebogen ermittelten Magnesiumaufnahme und den Depressions-Scores ergab sich eine inverse Beziehung, die unbeeinflusst war von Alter, Geschlecht, Taille-Hüftumfang-Verhältnis oder Blutdruck (beta = -0,16, 95% KI: -0,22 bis -0,11). Die Relation wurde nach Adjus-tierung auf sozioökonomische und Lebensstil-Variablen zwar abgeschwächt, blieb aber statistisch signifikant (beta = -0,11, 95% KI: -0,16 bis -0,05). Auch auf Fallebene bestätigte sich diese inverse Beziehung, die Odds Ratio (OR) lag bei 0,70 (95% KI: 0,56 bis 0,88). Erneut ergab die Adjustierung auf sozioökonomische und Lebensstil-Variablen ein Abschwächung (OR: 0,86, 95% KI: 0,69 bis 1,08) bei erhaltener Signifikanz.

In Bezug auf die Angst der Studienteilnehmer war die inverse Relation zur Magnesiumaufnahme sowohl im Abgleich der HADS-Ratingskalenwerte als auch auf der Case-Level-Ebene deutlich schwächer ausgeprägt – und im voll adjustierten Modell nicht mehr signifikant. GS

Kommentar
?! Die Hypothese zum inversen Zusammenhang zwischen Depression und Magnesiummangel in der allgemeinen Bevölkerung wird durch diese Studie bestätigt. Ein Zusammenhang zwischen Magnesiummangel und Depressionen bei Diabetikern wurde dagegen schon durch einige frühere Untersuchungen deutlich. So konnten Barragan-Rodiguez et al. (Arch Med Res 38 (2007) 52-56) zeigen, dass ein Magnesiummangel bei Diabetikern das Risiko, an einer Depression zu erkranken, um das Doppelte erhöht. In einer anderen Untersuchung der gleichen Arbeitsgruppe (Mag Res 21 (2008) 218-223) war eine Supplementation von Magnesium bei Diabetikern ebenso wirksam gegen Depressionen wie das Antidepressivum Imipramin.
Quelle: Jacka, FN: Associations between diet quality and depressed mood in adolescents: results from the Australian Healthy Neighbourhoods Study., Zeitschrift: AUSTRALIAN AND NEW ZEALAND JOURNAL OF PSYCHIATRY, Ausgabe 43 (2009), Seiten: 45-52
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