Raucherentwöhnung

NATUR+PHARMAZIE 10/2013

Der Patch war ein Flop

Rauchen in der Schwangerschaft ist die führende vermeidbare Ursache von Kom­plikationen und Tod für Mutter und Kind. Für Frauen, die in graviditate immer noch rauchen, aber aufhören wollen, gibt es Nikotinpflaster ...

Solche Patches gelten als wirksames Hilfsmittel, wenn nichtschwangere Frauen die Nikotinabstinenz anstreben. In der Schwangerschaft muss man bei jeder pharmakologischen Intervention an eventuelle Risiken für das Kind denken. Studien mit Varenciclin und Bupropion zur Entwöhnung in graviditate wurden deshalb schon gar nicht durchgeführt. Beim Nikotin-Pflaster führt man nur eine der Substanzen zu, die auch im Zigarettenrauch enthalten sind. Die Anwendung ist sicher weniger schädlich als Rauchen.

An einer randomisierten Doppelblindstudie nahmen Frauen im Alter zwischen 16 und 50 Jahren teil, die sich in der zwölften bis 24. SSW befanden und fünf oder mehr Zigaretten pro Tag rauchten. 521 erhielten für acht Wochen Nikotin-Patches, 529 Plazebo-Pflaster. Man überprüfte die Rauchabstinenz bis zur Entbindung anhand von Kohlenmonoxid in der Ausatemluft oder von Cotinin im Speichel. Für den Gesamtzeitraum ergab sich kein signifikanter Unterschied in der Abstinenz zwischen Verum und Plazebo (9,4% vs. 7,6%). Die Compliance war ausgesprochen dürftig: Für mehr als einen Monat wandten nur 7,2% der Verum- und 2,8% der Plazebo-Frauen das Pflaster an.

Aus der Studie lässt sich nicht eindeutig schließen, ob die Intervention bei guter Compliance wirksam wäre und ob sie nennenswerte Nebenwirkungen hat. Solange nicht bessere Daten vorliegen, kann man den Nikotin-Patch in der Schwangerschaft nicht empfehlen. WE

Quelle: Coleman T et al.: A randomized trial of nicotine-replacement therapy patches in pregnancy, Zeitschrift: NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe 366 (2012), Seiten: 808-818
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