Nahrungsergänzung | Apotheken-Depesche 1/2004

Herzinfarkten vorbeugen mit Multivitaminen

Die ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen wird schon lange für Personen mit erhöhtem Bedarf wie Schwangere und Stillende, Senioren oder auch Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfohlen. Aus einer neuen Beobachtungsstudie ergab sich nun ein positiver Einfluss einer regelmäßigen Nahrungsergänzung mit Multivitaminen auf die Herzinfarktrate.

An Lebensmitteln herrscht kein Mangel, dennoch ist die ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen nicht immer gewährleistet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für eine gesunde Ernährung mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse täglich, doch oft bleibt es im Alltag bei dem guten Vorsatz. Besonders Personen mit einem erhöhten Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen profitieren deshalb von der Einnahme sinnvoll zusammengesetzter Nahrungsergänzungspräparate. Schwangerschaft und Stillzeit Selbst bei einer bewussten Ernährungsweise wird die als Tagesdosis empfohlene Menge an Folsäure (400 µg) meist nicht erreicht. Doch sollte bei Frauen nach Möglichkeit schon vor einer Schwangerschaft für eine ausreichende Folsäurezufuhr gesorgt werden. Neuralrohrdefekte - eine der häufigsten Schwangerschaftsanomalien - ließen sich damit in bis zu 70% der Fälle vermeiden. Ferner gibt es Hinweise, dass das Auftreten anderer Fehlentwicklungen wie beispielsweise Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten und Herzfehler verhindert werden kann. Auch die Versorgung mit Jod darf in Schwangerschaft und Stillzeit keineswegs vernachlässigt werden, denn durch einen vorgeburtlichen Mangel drohen Babys körperliche und geis-tige Entwicklungsstörungen. Die Zufuhr von jodiertem Speisesalz ist jedoch nicht ausreichend. Experten empfehlen aus diesem Grund eine zusätzliche Einnahme von 200 µg täglich. Senioren und Arteriosklerose-Patienten Im fortgeschrittenen Alter führen Resorptionsstörungen, regelmäßige Medikamenteneinnahme oder auch einseitige Ernährung häufig zu einer Unterversorgung mit Vitaminen. Auch in dieser Lebensphase kommt der Folsäure wieder eine entscheidende Rolle zu. Erhöhte Homocysteinspiegel, einem wichtigen Risikofaktor für arteriosklerotische Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt, können durch ausreichende Mengen an Folsäure gesenkt werden. Unterstützt wird der Homocysteinabbau außerdem durch die Vitamine B6 und B12. Besondere Bedeutung erlangt im Alter auch Vitamin D, um das Entstehen oder Fortschreiten einer Osteoporose zu verhindern. Die DGE hat deshalb die Tagesempfehlung von 5 µg auf 10 µg (400 I.E.) verdoppelt. Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen Dass ein Ernährungsstil mit reichlich Obst und Gemüse zur Vermeidung einer koronaren Herzkrankheit beiträgt, wurde in epidemiologischen Studien bereits untersucht. Eine in Schweden an 1296 Patienten durchgeführte Fall-Kontroll-Studie erbrachte das Ergebnis, dass auch die Einnahme von Multivitaminpräparaten zur Nahrungsergänzung das Risiko, einen ers-ten Myokardinfarkt zu erleiden, senken kann. Fall-Kontroll-Studie zur Herzinfarkt-Prophylaxe Im Rahmen des Stockholmer Heart Epidemiology Program (SHEEP) wurden Infarktpatienten (910 Männer, 386 Frauen) im Alter von 45 bis 70 Jahren u.a. nach Lebensstil, beruflicher Belastung und Einnahme von Multivitaminpräparaten zur Nahrungsergänzung befragt. In der Kontrollgruppe (1685 Personen) nahmen 57% der Frauen und 35% der Männer Nahrungsergänzungsmittel zu sich, bei den Herzinfarkt-Patienten waren es 42% bzw. 27%. Bei den eingenommenen Zubereitungen handelte es sich überwiegend um Multivitaminpräparate, insbesondere mit Folsäure und anderen B-Vitaminen sowie Vitamin C und E, die über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr vor dem Myokardinfarkt bzw. der Studienbefragung (Kontrollgruppe) eingenommen wurden. Ergebnis Die Auswertung ergab bei den Studienteilnehmern, die regelmäßig Multivitamine eingenommen hatten, eine deutliche Reduzierung des Risikos, einen Herzinfarkt zu erleiden (Risiko (Odds Ratio) bei den Männern 0,79; bei den Frauen 0,66). Dieser eindeutig positive Zusammenhang blieb auch unter statistischer Berücksichtigung von Ernährungs- und Lebensstilfaktoren bestehen. Die Studie liefert somit den Hinweis, dass eine Nahrungsergänzung mit Multivitaminpräparaten eine preiswerte und sichere Therapieoption zur Vermeidung von Herzinfarkten darstellt. (pg)

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