Entzündliche Darmerkrankungen

NATUR+PHARMAZIE 7/2007

Immunstatus durch Impfungen verbessern

Patienten mit chronischen, immunvermittelten Erkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, die häufig immunsuppressiv behandelt werden, unterliegen einem erhöhten Infektionsrisiko durch andere Krankheiten. Die Möglichkeiten der Impfprophylaxe sollten stärker genutzt werden.

Für die Therapie chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen werden mit Erfolg verschiedene immunsuppressive Medikamente eingesetzt. Sie beeinträchtigen allerdings auch die Immunabwehr gegen verschiedene Infektionen, bei denen die Möglichkeit einer Impfprophylaxe besteht (z. B. gegen Pneumokokken, Varizellen, Tetanus und HBV). Für die Impfprophylaxe bei immunsuppressiv behandelten Patienten existieren mittlerweile auch Leitlinien, die jedoch offensichtlich zu wenig befolgt werden.

Die im Zusammenhang mit dem Immunstatus bestehenden Risiken wurden anhand von 169 Patienten untersucht, die vorwiegend an Morbus Crohn erkrankt waren. 146 Patienten (86%) wurden immunsuppressiv therapiert.

Weniger als die Hälfte war in den letzten zehn Jahren gegen Tetanus geimpft worden, 41 Patienten (28%) berichteten über eine regelmäßige Teilnahme an den jährlichen Grippeimpfungen, 13 (9%) hatten eine Pneumokokken-Impfung erhalten. Bei 75 Patienten (44%) bestand ein erhöhtes Hepatitisrisiko, aber nur 47 (28%) waren gegen Hepatitis geimpft worden. Nur bei jedem dritten Patienten mit einer früheren HBV-Impfung waren noch messbare Antikörper gegen HBsAg festzustellen. (WG)

Kommentar
Trotz Risiken für Infektionen nehmen Patienten, die wegen chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen immunsuppressiv behandelt werden, eine Impfprophylaxe nur unzureichend wahr.
Quelle: Melmed, GY: Patients with inflammatory bowel disease are at risk for vaccine-preventable illnesses, Zeitschrift: AMERICAN JOURNAL OF GASTROENTEROLOGY, Ausgabe 101 (2006), Seiten: 1834-1840
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