Kinder und Jugendliche

NATUR+PHARMAZIE 2/2017

Längere Bildschirmzeit – mehr Depressionen

Eine chinesische Metaanalyse beschäftigte sich mit der Frage, ob sich bei Jugendlichen und Kindern die vor dem Bildschirm verbrachte Zeit auf das Depressionsrisiko auswirkt.

Für die Metaanalyse berücksichtigt wurden zwölf Quer- und vier Längsschnittstudien mit insgesamt 127 714 Teilnehmern. Allerdings variierte die Zahl der Teilnehmer in den einzelnen Studien erheblich, und zwar zwischen 160 und 75 066 in den Quer- und zwischen 198 und 10 347 in den Längsschnittstudien. Das durchschnittliche Alter der Kinder und Jugendlichen lag in sechs Studien unter und in sechs Studien über 14 Jahre. In vier Studien war das Durchschnittsalter nicht ermittelt worden.
Die über die Gesamtpopulation gepoolte Odds ratio (OR) lag bei 1,12 (p=0,007) – allerdings mit einer hohen Heterogenität. Die kombinierte OR betrug 1,19 (p<0,001) in den Querund 0,88 (p=0,327) in den Längsschnittstudien, ebenfalls mit einer hohen Heterogenität. Für die „Dosis-Wirkungs-Beziehung“ wurden vier Studien berücksichtigt. Eine höhere Bildschirmzeit war bei den Kindern und Jugendlichen mit einem höheren Depressionsrisiko verbunden (OR 1,12). Es ergab sich eine nicht-lineare Beziehung. Als signifikante Moderatoren erwiesen sich Bildschirmtyp (z. B. Computer, Tablet, Fernseher), Alter, Bevölkerungsgruppe und Referenztyp (beispielsweise 0, 1 oder 2 Stunden pro Tag). Bei einer Zeit unter zwei Stunden pro Tag vor dem Bildschirm ging das Depressionsrisiko zurück. Das niedrigste Risiko ergab sich bei einer Stunde täglich (OR 0,88; 95%-KI 0,84-0,93).
Wie die Autoren betonen, handelt es sich hier um die erste Metaanalyse zur Beziehung zwischen Bildschirmzeit und Depressionen bei Kindern und Jugendlichen. Es zeigte sich, dass eine Nutzungszeit über 2 h mit einem höheren, eine unter 2 h mit einem geringeren Depressionsrisiko verbunden war. GS
Quelle:

Mingli L et al.: Dose-response association of screen time-based ... Br J Sports Med 2016; 50: 1252-58

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