Syndrom des trockenen Auges

NATUR+PHARMAZIE 4/2020

Luftverschmutzung hat negative Auswirkungen

Ein gewichtiger Grund für die Beschwerden im Zusammenhang mit Augentrockenheit ist mit Sicherheit die Umgebungsluft, bekannt ist die Wirkung der Heizperiode im Winter mit entsprechend trockener Raumluft. Weniger bekannt ist der Einfluss von Luftschadstoffen – diesen hat eine aktuelle Studie untersucht.
Die Keratoconjunctivitis sicca (KCS), oder auf englisch Dry Eye Syndrome (DED), ist eine multifaktorielle Erkrankung an der der Tränenfilm und die Augenoberfläche beteiligt sind, was zu diversen Beschwerden, Sehstörungen, Tränenfilminstabilität und möglichen Schäden der Augenoberfläche führt. Obwohl der Tränenfilm und die Augenoberflächen direkt der Luftverschmutzung ausgesetzt sind, haben bisher nur wenige klinische Studien die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf das Krankheitsbild untersucht.
Eine in Südkorea durchgeführte Studie untersuchte jetzt Änderungen der klinischen Parameter der KCS in Abhängigkeit von der Exposition gegenüber Luftschadstoffen im Freien, einschließlich PM2,5 (Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 μm), PM10 (weniger als 10 μm) und Ozon.
Eine prospektive Beobachtungsstudie wurde an 43 KCS-Patienten durchgeführt, die zwischen 2016 und 2018 in Südkorea dieselbe lokale Augentropfenbehandlung angewendet hatten. Der OSDI-Wert (Ocular Surface Discomfort Index), die TBUTZeit (Tear film break-up time), der CFSSWert (Corneal Fluorescein Staining Score) und die Tränensekretion wurden bei jedem Besuch gemessen. Die Luftverschmutzungsdaten von PM10, PM2,5 und Ozon in der Umgebung wurden basierend auf den Adressen der Patienten ausgewertet, und es wurden die mittleren Konzentrationen für einen Tag, eine Woche und einen Monat vor der Untersuchung berechnet.
Die Beziehungen zwischen Luftschadstoffen und KCS wurden in Einzel- und Mehrfachschadstoffmodellen analysiert, die an demografische und klinische Faktoren angepasst waren. Im Multi-Schadstoff-Modell korrelierte der OSDI-Score positiv mit der Ozon- und PM2,5-Exposition und die Tränensekretion nahm mit zunehmender Ozonexposition ab. Interessanterweise war eine erhöhte PM10-Exposition nur mit einer verminderten TBUT verbunden; Tränensekretion und CFSS waren nicht mit der PM10- Exposition assoziiert. Eine erhöhte Ozon- und PM2,5-Exposition führte zu verstärkten Augenbeschwerden, und eine erhöhte PM10-Konzentration verschlechterte die Tränenfilmstabilität bei Patienten mit KCS. Die Autoren folgern, dass die untersuchten Luftschadstoffe die KCS über verschiedene Wirkmechanismen verschlimmern können.
 

 

Quelle: Kim Y et al. : Different adverse effects of air pollutants on dry eye disease: Ozone, PM2.5, and PM10. 2020. Environ Pollut. 265(Pt B): 115039. doi:10.1016/j.envpol.2020.115039
ICD-Codes: H16.2
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