Diätberatung

NATUR+PHARMAZIE 1/2002

Niere, Dialyse und Ernährung

Um ein Fortschreiten der Gewebedegeneration bei chronischer Niereninsuffizienz möglichst lange hinaus zu zögern bedarf es einer konsequenten Einhaltung einer proteinarmen Ernährung. Im terminalen Stadium der Niereninsuffizienz, wenn die Patienten dialysepflichtig geworden sind, muss dann eine proteinreiche und phosphatarme Ernährungsform berücksichtigt werden - auf den ersten Blick ein Widerspruch, der viele Patienten sowie deren Angehörige überfordert.

Bei Nierenerkrankungen ist das oberste Ziel der Ernährungstherapie die Minimierung harnpflichtiger Substanzen und Urämietoxine. Darüber hinaus gilt es, Fehl- bzw. Mangel-ernährung der Patienten zu verhindern und generell einem weiteren Untergang von Nierengewebe entgegen zu wirken. Gerade bei chronischer Niereninsuffizienz stellt eine sinnvolle Ernährungstherapie einen wesentlichen Bestandteil für Gesundheitszustand und Lebensqualität dar. Wenn die Patienten noch keine Dialyse benötigen gilt es, trotz eingeschränkter Proteinzufuhr (0,5 bis 0,8 g Eiweiß pro kg Körpergewicht pro Tag) einen Abbau von Muskel- und Leberprotein zu verhindern. Hier spielt die Auswahl der Proteinlieferanten eine erhebliche Rolle: Geeignet sind Proteine mit einer hohen biologischen Wertigkeit, die besonders in tierischem Protein zu finden ist. Aber auch durch eine günstige Kombination pflanzlicher oder pflanzlicher und tierischer Lebensmittel kann eine hohe biologische Wertigkeit erzielt werden. Günstige Kombinationen sind Kartoffeln und Ei, Hülsenfrüchte und Ei, Milch und Weizen sowie Eier und Weizen. Schreitet die Erkrankung weiter fort, wird die Nierenersatztherapie zum Muss. Ziel ist es, die urämischen Stoffwechselmetaboliten durch Diät, Diuresesteigerung und Dialyse zu senken (Detoxifikation), die überflüssige Flüssigkeitsmenge zu entziehen (Dehydrierung), die Plasma-Ionenkonzentration in den Normbereich zu korrigieren (Osmoregulation) und den Säure-Basenhaushalt zu normalisieren. Durch die 3mal wöchentliche Dialyse werden jedoch nicht nur Schadstoffe aus dem Blut entfernt, es kommt dabei auch zu Proteinverlusten, die durch eine proteinreiche (1,0-1,2 g/kg/d) und phosphatarme Kost mit niedrigem Phophor-Eiweiß-Quotient wieder ausgeglichen werden müssen. Phosphatreiche und damit zu meidende Lebensmittel sind beispielsweise Hart- und Schmelzkäse, Nüsse, Vollkornprodukte, geräucherte Lebensmittel, Schokolade und Colagetränke. Bei Zusatznahrung aus der Apotheke ist die Zusammensetzung von Kalorien, Proteinen und Mineralstoffen optimal auf den Bedarf abgestimmt und kann eine große Hilfe für Dialysepatienten sein. (pg)

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