Postoperative Probleme

NATUR+PHARMAZIE 10/2003

Raucherentwöhnung senkt Komplikationsrate

Postoperative kardiopulmonale Komplikationen und Wundheilungsstörungen sind bei Rauchern häufiger als bei Nichtrauchern. Kann eine präoperative Raucherentwöhnung diese Rate senken helfen?

An der Studie nahmen 120 Patienten teil. Bei 60 von ihnen wurde sechs bis acht Wochen vor dem geplanten chirurgischen Eingriff (Knie- bzw. Hüftgelenksersatz) eine Raucherentwöhnung durchgeführt, die anderen 60 Probanden bildeten die Kontrollgruppe. Zur Entwöhnung wurde neben einer individuellen Betreuung eine Nikotinersatztherapie durchgeführt. Ziel war eine mindestens 50%-ige Reduzierung des Nikotinabusus, möglichst der komplette Rauchverzicht. Postoperative Komplikationen traten bei 52% der Kontrollgruppe auf, aber nur bei 18% der Interventionsgruppe. Besonders deutlich war dieser Effekt bei Wundheilungsstörungen (31% vs. 5%), kardiovaskulären Komplikationen (10% vs. 0%) und der Notwendigkeit eines Zweiteingriffs (15% vs. 4%). Die Dauer des Krankenhausaufenthaltes war bei der Interventionsgruppe im Mittel um zwei Tage verkürzt. (JW)

Quelle: Moller, AM: Effect of preoperative smoking intervention on postoperative complications: a randomised clinical trial, Zeitschrift: THE LANCET, Ausgabe 359 (2002), Seiten: 114-117
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