Statine und Muskelschmerzen

NATUR+PHARMAZIE 1-2/2018

Schuld ist ein gestörter Laktattransport

Die unter Statinen angegebenen Symptome am Muskel-Skelett-System reichen von leichten Muskelschmerzen bis hin zu lebensbedrohlicher Rhabdomyolyse. Eine Studie versucht die Ursache der Probleme herauszufinden.

Dass körperlich aktive Patienten häufiger über Muskelschmerzen unter Statinen klagen als inaktive Patienten, brachte Forscher auf die Idee, dass die Ursache vermutlich im muskulären Laktatstoffwechsel begründet liegt. Denn das bei körperlicher Anstrengung im Gewebe überschüssige Laktat muss schnell wieder abtransportiert werden, um einen normalen intrazellulären pH-Wert aufrecht zu erhalten.
Dass Statine den L-Laktat-Abtransport über eine Hemmung der Monocarboxylat-Transporter (MCT 1 und 4) blockieren können, konnte in Zellversuchen nun bestätigt werden. In einer Versuchsreihe wurden humane Skelettmuskelzellen bei einem physiologischen pH von 7,4 mit Atorvastatin, Rosuvastatin, Simvastatin- Lacton oder -Hydroxysäure inkubierten. Anschließend untersuchte man mittels radioaktiv markiertem Laktat, wie gut dieses in die Zellen hinein bzw. wieder hinaus transportiert wurde.
Die stärkste inhibitorische Wirkung auf den Laktat-Abtransport hatte Atorvastatin. Es sorgte für eine 2,5-fache L-Laktat-Akkumulation und wirkte damit ebenso stark wie der MCT-Inhibitor Phloretin. Mit einer Laktat-Steigerung von 25-35% fiel die Hemmwirkung von Simvastatin-Hydroxysäure deutlich geringer aus. Simvastatin-Lacton und Rosuvastatin zeigten im Gegensatz dazu keinen hemmenden Effekt auf den Laktat-Transport. OH
Quelle:

Leung YH et al.: Study of statin- and loratadine-induced ... Pharmaceutics 2017; 9(4): E42

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