Hausaufgabenprobleme | Apotheken-Depesche 9/2010

Verhaltensintervention ist wirksam

Kinder mit ADHS zeigen zumeist auch Defizite in den Schulleistungen. US-Pädiater untersuchten anhand der Teilnehmer der Multimodal Treatment Study of Children with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) die Wirksamkeit einer Verhaltenstherapie auf die Probleme der Kinder mit den Hausaufgaben.

In der MTA-Studie waren 579 Kinder zwischen sieben und zehn Jahren mit einer ADHS vom kombinierten Typ über 14 Monate zu einer Pharmakotherapie, einer Verhaltenstherapie (mit Elterntraining, Schulintervention, Edukation der Kinder, Hausaufgabeneinübung etc.), einer Kombination beider oder einer „Routine-Versorgung“ als Kontrollgruppe randomisiert worden. Ein sekundärer Outcome-Parameter der Studie war die von den Eltern berichteten Probleme mit den Hausaufgaben der Kinder nach der Homework Problems Checklist (HPC).

Nur die Teilnehmer unter einer Verhaltenstherapie – entweder allein oder in Kombination mit Pharmakotherapie – erreichten eine signifikante, anhaltende Verbesserung der Hausaufgabenprobleme: In der Follow-up-Untersuchung nach 14 Monaten erwiesen sich die entsprechenden Effektgrößen im HPC-Gesamtwert gegenüber der Kontrollgruppe als mittelgroß für die Verhaltenstherapie allein (0,39) und als groß für die kombinierte Therapie (0,57). Die Nachbeobachtung nach 24 Monaten ergab trotz einer Abnahme auf eine kleine bzw. mittlere Effektgröße von 0,37 für die Verhaltenstherapie allein und 0,40 für die Kombination ein Fortdauern dieser relevanten Therapiewirkung.

Die einzige klinische Variable, die diese Behandlungseffekte auf die Hausaufgaben vermittelte, war die initiale Symptomschwere der Kinder im Elternurteil (nach der Ratingskala SNAP-IV). Nur bei den drei Vierteln der Kinder, deren ADHS-Symptomatik anfänglich nicht so schwer ausgeprägt war, erwiesen sich auch die Effekte auf die Hausaufgaben allerdings als signifikant, nicht aber bei dem schwerer betroffenen Viertel.

In der zweiten Nachuntersuchung 36 Monate nach Studienbeginn ergaben sich im Hausaufgabenaspekt erneut gewisse Vorteile für die beiden Gruppen mit der Verhaltenstherapie, sie verfehlten nun aber die statistische Signifikanz. JL

?! Die erfolgreiche Erledigung der Hausaufgaben gilt als ein wesentlicher Faktor für einen schulischen Erfolg. In dieser MTA-Auswertung war der entscheidende Faktor für die Verbesserung der Hausaufgaben-Problematik die Teilnahme an den Verhaltenstherapie, die allgemeine, aber auch schulspezifische Interventionen umfasst hatte. Gerade bei ADHS-erkrankten Kindern, bei denen die schulischen Probleme im Vordergrund stehen, sollte dieser nicht-medikamentöse Ansatz konsequent genutzt werden.
Quelle: Langberg, JM: Parent-reported homework problems in the MTA study: evidence for sustained improvement with behavioral treatment., Zeitschrift: Journal of clinical child and adolescent psychology, Ausgabe 39 (2010), Seiten: 220-233

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