Beratung | Apotheken-Depesche 11/2010

Vor Wechselwirkungen wird gewarnt

Jeder vierte GKV-Patient nimmt im Laufe eines Jahres fünf oder mehr unterschiedliche Wirkstoffe ein, so eine aktuelle Studie. Gut, wer da über mögliche Inter- aktionsrisiken ausführlich in seiner Apotheke beraten wird.

Über 15 Millionen Kassenpatienten brauchten 2009 fünf oder mehr Wirkstoffe. Bei über sieben Millionen Patienten verschrieben Ärzte sogar elf und noch mehr verschiedene Substanzen. Das sind die Ergebnisse des Deutschen Arzneiprüfungsins-titutes e.V. (DAPI) im Auftrag der Bundesapothekenkammer (BAK).

Mit der Zahl der gleichzeitig eingenommenen Wirkstoffe steigt das Interaktionsrisiko. Niemand kann dazu besser beraten und vor evtl. Folgen schützen als Apotheker/-innen und ihr Team. Das gilt es zu betonen, z. B. mit Aktionen nach dem Motto: „Achtung – zu Neben- und Wechselwirkungen fragen Sie am besten Ihre Apotheke“.

Dazu gehört z. B. die Auslage von Handzetteln, die alle wichtigen Informationen dazu auf einen Blick bieten. Sie schaffen beim Kunden die notwendige Aufmerksamkeit für das Thema.

Selbstverständlich sollte im Apotheken-alltag sein:

❚ Bei Einlösung eines Rezeptes automatisch beim Kunden nachfragen, ob und welche weiteren Medikamente er einnimmt. Dabei gezielt nach Wirkstoffen aus dem Bereich der Selbstmedikation oder privat verordneten Präparaten (Beispiel Antibabypille) fragen.

❚ Daten von Stammkunden über die verschiedenen Wirkstoffe anlegen (nach Rücksprache mit dem Kunden!).

❚ Bei Problemen Rücksprache mit dem Arzt halten. ct

?! Auf einen Blick: Das DAPI hat die Rezeptdaten sämtlicher GKV-Versicherten aus dem Jahr 2009 ausgewertet: mehr als 80% aller Versicherten lösten binnen Jahresfrist ein oder mehrere Rezepte ein. Insgesamt benötigten über 30% der GKV-Patienten vier oder mehr unterschiedliche Wirkstoffe.

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