Typ-2-Isolation

Praxis-Depesche

Wenn Asthma, Neurodermitis und Co. in den Dauer-Lockdown zwingen

Schweres Asthma, Neurodermitis, Nahrungsmittelallergie, CRSwNP und eine eosinophile Ösophagitis sind Erkrankungen, zwischen denen es auf den ersten Blick keine Verbindung gibt. Doch hinter all diesen Erkrankungen kann eine so genannte Typ-2-Entzündung stecken, die mit einer hohen Krankheitslast verbunden ist.

Im vergangenen Jahr haben alle ein Gefühl dafür bekommen, wie Isolation sich anfühlen kann. Und während die aktuelle Entwicklung der Pandemie den meisten mehr Freiheiten gewährt, gibt Menschen, für die soziale Isolation ein Dauerzustand ist: Sie leiden an einer Typ-2-Entzündung, die sich u.a. als Neurodermitis, Asthma und chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) äußern kann.

Überschießende Immunreaktion

Eine Typ-2-Entzündung wird hervorgerufen durch eine überschießende Reaktion des Immunsystems, bei der T-Helfer-Typ 2 (TH2)-Zellen und innate lymphoide Zellen Typ 2 (ILC2) eine wichtige Rolle spielen. Zu den zentralen Zytokinen gehören Interleukin(IL)-4 und IL-13. Ihre übermäßige Ausschüttung kann beispielsweise bei der Neurodermitis zu einem Defekt der Hautbarriere, Hautinfektionen, Entzündung der Haut und ausgeprägtem Juckreiz führen.

Insbesondere Menschen mit mittelschweren oder schweren Formen einer Typ-2-Erkrankungen leiden unter einer erheblichen Krankheitslast und sind in ihrer Lebensqualität deutlich eingeschränkt. So berichten bis zur Hälfte der Menschen mit schwerem Asthma von depressiven Symptomen und bis zu 70 % der CRSwNP-Patienten leiden unter Schlafstörungen.

Eine Typ-2-Erkrankung kommt selten allein

Eine Typ-2-Entzündung kann sich nicht nur vielfältig äußern, viele Betroffene weisen gleichzeitig mehrere Ausprägungen der Erkrankung auf. Beispielsweise sind 35 % der Patienten mit schwerem Asthma auch von einer Neurodermitis betroffen und mehr als 40 % der Patienten mit schwerem Asthma leiden auch unter einer CRSwNP.

PD Dr. Alexander Zink, Technische Universität München rief deshalb Ärztinnen und Ärzte dazu auf, über den Tellerrand der eignen Fachrichtung hinauszusehen. Denn gerade mit Blick auf eine Typ-2-Entzündung könne der interdisziplinäre Austausch dazu beitragen, durch eine optimale Diagnose und Therapie die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. MW

Quelle:

Virtuelle Ausstellung und Paneldiskussion „Typ-2-Isolation – Wenn Asthma, Neurodermitis und Co. zum Lockdown in der Dauerschleife werden“, 9. Juni 2021; Veranstalter Sanofi Genzyme

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