Essstörungen

NATUR+PHARMAZIE 5/2007

Wenn Diabetiker nachts den Kühlschrank plündern

Essstörungen treten bei Diabetikern häufiger auf als bei Personen ohne Diabetes. Ein bislang wenig untersuchtes gestörtes Essverhalten ist das Night Eating Syndrome (NES), bei dem Patienten nachts aufstehen und mehr als 25% der täglichen Kalorienzufuhr zu sich nehmen.

Eine Umfrage unter 714 Typ-1- und Typ-2-Diabetikern in Seattle ergab, dass immerhin 9,7% der Patienten Nachtesser waren. NES-Patienten waren meist jünger, nicht verheiratet und häufiger Farbige. Sie hielten sich signifikant seltener an empfohlene Diäten, trieben weniger Sport und kontrollierten ihren Blutzucker seltener. Zwangsläufig resultierten daraus höhere HbA1c-Werte, mehr Diabeteskomplikationen und Übergewicht.

Nachtesser litten häufiger an Schlafstörungen, Depressionen und Kindheits-traumen und gaben an, aus Angst, Trauer, Einsamkeit etc. zu essen. (GW)

Quelle: Morse, S: Isn`t this just bedtime snacking?, Zeitschrift: DIABETES CARE, Ausgabe 29 (2006), Seiten: 1800-1804
Das könnte Sie auch interessieren

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

x