Chronische Migräne

NATUR+PHARMAZIE 1/2013

Wie hoch ist die psychiatrische Komorbidität?

Die hohe Rate an komorbiden psychiatrischen Erkrankungen von Migräne-Patienten wurde vor allem bei Patienten mit der episodischen Form dieser Kopfschmerzerkrankung dokumentiert. Nun befassten sich brasilianische Forscher mit der Häufigkeit und Art komorbider psychischer Erkrankungen bei Patienten mit chronischer Migräne.

In die Untersuchung wurden zwei Kollektive eingeschlossen: 41 Erwachsene, die bei einer Befragung als Fälle mit einer chronischen Migräne identifiziert wurden, und 43 ambulant behandelte Patienten eines auf schwere bzw. therapierefraktäre Fälle spezialisierten universitären Kopfschmerzzentrums. Gemäß DSM-IV war eine chronische Migräne durch Kopfschmerzattacken an mindestens 15 Ta­gen des Monats charakterisiert. Komorbide psychiatrische Erkrankungen wurden in strukturierten Interviews (Mini International Neuropsychiatric Interview, MINI) erfasst.

Im bevölkerungsbasierten Kollektiv lagen bei 65,9% der Personen psychiatrische Diagnosen vor, bei den Patienten der Kopfschmerzzentren dagegen bei 83,7% (der Unterschied verfehlte mit p = 0,06 knapp die Signifikanz). Eine generalisierte Angststörung lag bei 39,0% vs. 34,9% und eine Zwangserkrankung bei 24,4% vs. 20,9% vor, Phobien bei 29,3% vs. 41,9% und eine Major Depression bei 29,3% vs. 32,6%. Eine Bipolar-Störung bestand nur bei zwei Personen des Klinikkollektivs (4,7 %). Antidepressiva-Einnahmen waren vergleichbar häufig (44,4% vs. 51,2%). JL

Quelle: Teixeira AL et al.: Psychiatric comorbidities of chronic migraine in community and tertiary care clinic samples., Zeitschrift: The Journal of Headache and Pain, Ausgabe 7 (2012), Seiten: 551-555
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