Verschreibungsverhalten bei Hypertonie | NATUR+PHARMAZIE 3/2020

Beruhigend für Apotheker: Leitlinien werden von Hausarztpraxen umgesetzt

Wissenschaftliche Leitlinien sind eine der wichtigsten Grundlagen zur Sicherung der medizinischen Behandlungsqualität. Wie aber profitieren die Patienten davon? Akzeptanz und Umsetzung von Leitlinienempfehlungen in deutschen Hausarztpraxen wurden jetzt in einer Studie untersucht, deren Ergebnisse kürzlich im „Journal of Education and Health Promotion“ veröffentlicht wurden.

Mit dem Ziel, die Umsetzung der Hypertonie-Leitlinienempfehlungen in deutschen Hausarztpraxen zu untersuchen und standardisiert bewerten zu können, wurden 3.200 Allgemeinärzte und Fachärzte für Innere Medizin von Mitarbeitern der Apontis Pharma, Monheim, um die Teilnahme an einer Studie gebeten und es wurde ein Fragebogen mit zwölf geschlossenen Fragen versandt. Die Fragen konzentrierten sich vor allem auf die praktische Umsetzung der zu Beginn der Umfrage gültigen europäischen Empfehlungen, die auch in die deutschen Leitlinien Eingang gefunden haben. Schwerpunkt war die Umsetzung von Maßnahmen zur Änderung des Lebensstils und zum Einsatz blutdrucksenkender Medikamente in verschiedenen Patientengruppen.
An der Umfrage nahmen knapp 700 Ärzte in deutschen Hausarztpraxen teil. Die Ergebnisse zeigen, dass der von der DHL® 2015 auf Basis der ESC/ESH-Leitlinien empfohlene Behandlungsalgorithmus in deutschen Hausarztpraxen bis 2018 gut angenommen und etabliert war. Bringen die Maßnahmen zur Lebensstiländerung nicht den gewünschten Effekt, verschreibt die Mehrheit der befragten Ärzte leitliniengemäß eine medikamentöse Therapie (in der Regel nach zwei bis sechs Monaten). Die Entscheidung, ob mit einer Mono- oder Kombinationstherapie begonnen wird, machten die Befragten von den Blutdruckwerten und dem Risikoprofil des Patienten abhängig.
Gut ein Drittel aller Ärztinnen und Ärzte verschrieb eine Kombinationstherapie bei Werten über 160/100 mm Hg, wenn der Betroffene keine weiteren Risikofaktoren aufwies. Kamen welche dazu, entschieden sich über 85% für eine Kombinationstherapie. Allerdings verordneten nur 16% der Befragten gleich zu Beginn der Kombinationstherapie eine Fixdosiskombination. Zur Zeit der Befragung (Anfang 2018) waren die Leitlinien aus 2015 noch aktuell. Mittlerweile empfehlen die aktuellen Leitlinien von Juni 2018 die initiale Kombinationstherapie in nur einer Tablette. Eine  Arbeit, die das Therapiemanagement der arteriellen Hypertonie in Deutschland im Jahr 2012 analysierte, zeigt, dass sich die Versorgung in den fünf Jahren, die zwischen beiden Erhebungen liegen, deutlich verbessert hat: Die meisten Hochrisikopatienten (53,4%) erhielten damals lediglich eine Monotherapie, 13,7% von ihnen sogar gar keine blutdrucksenkende Therapie im ersten Jahr nach Diagnosestellung.

 

Quelle: Deutsche Hochdruckliga: Pressemitteilung vom 22.06.2020
www.idw-online.de

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