Alzheimer-Krankheit

NATUR+PHARMAZIE 1/2021

Ernaehrungsinterventionen und Kognition

Schätzungen zufolge werden bis 2030 weltweit 82 Millionen Menschen mit Demenz leben. Verschiedene diätetische Interventionen und die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln werden erprobt und diskutiert. Ziel eines aktuellen Systematischen Reviews war es, solche Ernährungsmaßnahmen im Hinblick auf das Management des kognitiven Abbaus bei Alzheimer-Krankheit (AK) zu bewerten.
Die Autoren sehen eine steigende Evidenz dafür, dass veränderbare Risikofaktoren wie falsche Ernährung, körperliche und geistige Inaktivität, Diabetes, Fettleibigkeit, Depressionen, Rauchen und niedrige Bildung eine wichtige Rolle bei der Entstehung der AK spielen, da diese in Beziehung zu Entzündungsmechanismen, oxidativem Stress und mitochondrialer Dysfunktion stehen. So haben z. B. Studien mit der sogenannten Mittelmeerdiät gezeigt, dass sie bei gesunden Probanden eine geringere Inzidenz der AK, geringeren kognitiven Abbau, zerebrale Atrophie und β-Amyloidpeptide-Ablagerungen mit sich bringen kann. 32 Studien wurden eingeschlossen. Omega-3-Fettsäuren zeigten in verschiedenen Dosierungen positive Wirkungen. Fortasyn Connect ist ein Präparat, das die beiden Omega- 3-Fettsäuren Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure sowie Phospholipide, Cholin, Uridinmonophosphat und diverse Mikronährstoffe enthält und in den frühen Stadien der AK wirksam zu sein scheint. Probiotika, Ginseng und Inosit (Cyclohexanhexol) scheinen sich positiv auf die Wahrnehmung auszuwirken.
Aufgrund mangelnder Studienqualität ist die Evidenzlage nach wie vor aber nicht eindeutig. Einige Nährstoffe zeigen jedoch laut den Autoren das Potenzial, die kognitive Funktion bei der AK zu verbessern, insbesondere in ihren frühen Stadien.
Quelle: Moreira SC et al.: Dietary interventions and cognition of Alzheimer‘s disease patients: a systematic review of randomized controlled trial. Dement Neuropsychol. 2020 Jul-Sep; 14(3): 258–282. doi: 10.1590/1980-57642020dn14-030008.
ICD-Codes: G30.9
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