Asthma bei Kindern

NATUR+PHARMAZIE 3/2011

Eskalation der Therapie individuell

Kinder mit schwerem Asthma brauchen oft inhalative Steroide; aber oft ist es auch damit nicht getan. Über das optimale Vorgehen besteht weitgehend Unklarheit.

Unter einer Therapie mit mäßigen Dosen inhalativer Kortikoide bekommt man etwa die Hälfte der Kinder mit schwerem Asthma unter Kontrolle. Die übrigen brauchen eine Eskalation (Step-up).

In einer dreifach gekreuzten Studie erhielten 182 Kinder, die auf inhalative Kortikosteroide (2 x 100 μg Fluticason) nur unzureichend ansprachen, über 16 Wochen entweder (1) eine Erhöhung der Fluticason-Dosis auf 2 x 250 μg, (2) zusätzlich zu 2 x 100 μg Fluticason 2 x 50 μg eines langwirkenden Beta-Agonis­ten (LABA) oder (3) zusätzlich 5 oder 10 μg eines Leukotrien-An­tagonisten.

Die Strategie 2 (mit LABA) war den beiden anderen Optionen in den meisten Fällen deutlich überlegen, insbesondere dann, wenn der Zustand zu Beginn nicht ganz schlecht war. Es gab aber auch Kinder, die am besten auf Regime 1 oder 3 reagierten.

Da in der Studie keine brauchbaren Indikatoren gefunden wurden, die ein Ansprechen auf eine der möglichen Optionen vorhersagen, sollte der Arzt immer individuell vorgehen.

Autoren eines Kommentars würden – angesichts nicht ganz ausge­räum­ter Befürchtungen, dass es unter LABA zu schweren Asthma-Rezidiven kommen kann – zuerst die Steroide erhöhen oder einen Leukotrien-Antagonisten zufügen. WE

Quelle: Lemanske, RFJr: Step-up therapy for children with uncontrolled asthma receiving inhaled corticosteroids, Zeitschrift: NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe 362 (2010), Seiten: 975-985
Das könnte Sie auch interessieren

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

x