Chronische Einschlafstörungen bei ADHS | Apotheken-Depesche 1/2010

Melatonin-Langzeittherapie wirksam?

Neurologen prüften bei ADHS-kranken Kindern mit Einschlafstörungen die Erfolge einer Melatonin-Langzeittherapie. Bei Absetzen kommt es meist zu Rezidiven.

Berücksichtigt wurden die Daten von 105 Kindern mit ADHS einer Studie, in der Melatonin (3 bis 6 mg/d) gegen chronische Einschlaf­störungen verabreicht worden war. Die Ansprechrate betrug 93% (94/101).

Die Eltern-Fragebögen ergaben, dass 65% der Kinder Melatonin nach wie vor täglich und 12% nur noch gelegentlich einnahmen. Unterbrechungen der Therapie führ­ten in 92% zu verzögertem Einschlafen. Bei 9% wurde die Behandlung wegen deutlicher Besserung ohne Rezidiv abgesetzt. 88% der Eltern schätzten die Melatonin-Langzeittherapie als effektiv ein. Von 71% der Kinder wurde zusätzlich eine positive Beeinflussung des Verhaltens, von 61% eine Besserung der Stimmungslage berichtet. Es wurden keine schweren Nebenwirkungen verzeichnet. cer

?! Untersuchungen bei ADHS-Kindern zeigten einen gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus mit verzögerter Melatonin-Freisetzung. Dass Melatonin bei Einschlafstörungen eine effiziente Langzeittherapie darstellt und ein Abbruch auch einer mehrjährigen Behandlung zu Rezidiven führen kann, könnte für ihre genetische Verankerung bei ADHS sprechen. So wurde z. B. zuvor gehäuft ein Polymorphismus eines „Uhren-Gens“ gefunden.
Quelle: Hoebert, M: Long-term follow-up of melatonin treatment in children with ADHD and chronic sleep onset insomnia., Zeitschrift: JOURNAL OF PINEAL RESEARCH, Ausgabe 47 (2009), Seiten: 1-7

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