Breitensport | Apotheken-Depesche 10/2001

Muskeln auch ohne Protein-Cocktail

Die Verbesserung der Leistungsfähigkeit durch Sport bringt eine Vergrößerung der Muskelmasse mit sich. Muss ein Breitensportler daher mehr Proteine zu sich nehmen, um den Muskelaufbau zu sichern? Eine Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) meint nein.

Erwachsene sollten lt. DGE im Rahmen einer normalen Mischkost täglich 0,8 g/kg Körpergewicht Eiweiß zu sich nehmen. Tatsächlich werden hierzulande mit ca. 1,2 g Eiweiß pro kg etwa 50% mehr Aminosäuren zugeführt als nötig. Wird nach Aufnahme einer sportlichen Betätigung Muskelmasse aufgebaut, steigt der Proteinbedarf um nur ca. 5%. Dieser Zusatzbedarf an Eiweiß ist also selbst bei extremem Training mit der üblichen Mischkost mehrfach abgesichert. Bei Sportlern, die durch Ausdauersport (Marathonläufe etc.) sehr viel Energie verbrauchen, wird neben Kohlenhydraten und Fett auch Protein als Energieträger verstoffwechselt. Der Eiweißbedarf von Leistungssportlern in Ausdauersportarten kann bis zu 50% erhöht sein. Vergleicht man den Proteinverlust mit dem Verbrauch an Fett und Kohlenhydraten, zeigt sich jedoch kein übermäßiger Abbau von Eiweißen. Die verlorenen Aminosäuren werden durch die Zufuhr der zur Energierückgewinnung nötigen Menge einer ausgewogenen Mischkost vollkommen ersetzt. Aminosäuren müssen als Harnstoff renal ausgeschieden werden. Wird langfristig zuviel Protein zugeführt, kommt es zu einer erhöhten Nierenbelastung. Nierenschädigungen werden diskutiert. Von einer zusätzlichen Proteingabe im Breitensport sollte daher abgeraten werden. (HM)

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