Kindlicher Kopfschmerz

NATUR+PHARMAZIE 9/2012

Stress ist der wichtigste Migräne-Trigger

Die Prävalenz der Migräne bei Kindern steigt. Französische Wissenschaftler untersuchten mithilfe von Fragebögen in einer retrospektiven Studie, ob sich in einer pädiatrischen Population klare Trigger-Faktoren identifizieren lassen.

Eingeschlossen wurden 102 Kinder und Jugendliche im Alter unter 17 Jahren, die die Kriterien einer Migräne nach der Second Edition der International Headache Classification (ICHD-II) erfüllten und in den vergangenen drei Monaten mindestens 15 Kopfschmerztage monatlich aufwiesen. Alle Teilnehmer hatten im Vorfeld mindestens einen Triggerfaktor berichtet. Sie beantworteten jetzt einen Fragebogen zur Art und Häufigkeit ihrer akuten Migräneattacken und eine Liste mit 15 möglichen auslösenden Faktoren .

Die durchschnittliche Anzahl der Migräne-Trigger lag in dieser Population von zumeist 12 bis 17-Jährigen bei sieben pro Patient. Die durchschnittliche Zeit zwischen Exposition und dem Einsetzen der Attacke lag bei den 88 Patienten, die dazu Auskunft geben konnten, zwischen null (praktisch sofortiger Beginn) und 3 Stunden. Mehrheitlich lag das Intervall bei 0 bis 3 Stunden (86%).

Die häufigsten einzelnen Trigger waren Stress (75%), Schlafmangel (69,6%), hohe Außentemperaturen (68,6%), das Spielen von Computerspielen (64,7%) und helles Licht (52,9%). Jeweils sehr viel seltener genannt wurde das Essen von Schokolade oder Käse, Gerüche, das Auslassen einer Mahlzeit und viele weitere rare Auslöser. Fast zwei Drittel (62,7%) berichteten min- destens einen Trigger, der in jedem Fall eine Migräneattacke auslöste, darunter am häufigsten Stress. (24,5%). Häufig oder sehr häufig attackeninduzierend waren hohe Temperaturen (24%). JL

Kommentar
?! Nahezu alle Kinder und Jugendlichen berichteten mehrere Migräne-Trigger, in drei Viertel der Fälle war dies ein (sehr breit definierter) Stress. Von Häufigkeit und Art der Trigger bestehen kaum Unterschiede zu den in anderen Studien bei Erwachsenen identifizierten Auslösefaktoren.
Quelle: S Neut D et al.: The prevalence of triggers in paediatric migraine: a a questionnaire study in 102 schildren and adolescents., Zeitschrift: The Journal of Headache and Pain, Ausgabe 13 (2012), Seiten: 61-65
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