Ältere postmenopausale Frauen | Apotheken-Depesche 11/2010

Verbessert eine HRT die Schlafqualität?

Schlafstörungen sind bei älteren Frauen überaus häufig. Anhand der Daten der bevölkerungsbasierten Study of Osteoporotic Fractures (SOF) wurde bei postmenopausalen Frauen mit und ohne Hormonersatztherapie (HRT) retrospektiv deren Einfluss auf die Schlafqualität untersucht.

In der SOF waren die Schlaf-Wach-Rhythmen und abgeleitete Schlafparameter bei 3123 Frauen im Alter von 77–99 Jahren mittels Handgelenk-Aktigraphie über vier aufeinanderfolgende 24-h-Zeiträume untersucht worden. Die fünf objektiven Parameter umfassten die Gesamtschlafzeit, Schlafeffizienz und -latenz, die nächtlichen Wachzeiten und die Dauer von Nickerchen („Naps“) in der Nacht außerhalb des Bettes. Alle Ergebnisse wurden auf potenziell einflussnehmende Faktoren wie Lebens- und Menopausenalter, Body-Mass-Index, kognitiver Status, Depression, Angst, Alkoholkonsum, Hysterektomie etc. adjustiert.

Gegenüber den 1410 Teilnehmerinnen, die niemals eine HRT erhalten hatten, wiesen die 424 Frauen unter einer gegenwärtigen HRT lediglich signifikant kürzere nächtlichen Wachzeiten (76 vs. 82 Min. p = 0,03) und signifikant seltener längere nächtliche Wachepisoden (≥ 5 Min.) auf (6,5 vs. 7,1; p = 0,004). Umgekehrt betrachtet zeigten Frauen ohne jegliche HRT-Exposition eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine nächtliche Wachzeit ≥ 90 Min. (Odds Ratio: 1,37) und für ≥ 8 längere nächtliche Wachepisoden (OR: 1,58) als gegenwärtig hormonell behandelte Teilnehmerinnen.

Außerdem wurde bei den 1289 Frauen mit einer früheren HRT eine signifikant längere Gesamtschlafzeit (413 vs. 403 Min.; p = 0,002) verzeichnet als bei den Frauen ohne jegliche HRT. Letztere wiesen auch eine – nicht signifikant – erhöhte Odds Ratio für eine Schlaflatenz < 70% auf (OR: 1,37). JL

?! Sehr alte postmenopausale Frauen mit einer gegenwärtigen HRT wiesen (nur) in zwei der fünf Parameter eine signifikant bessere Schlafqualität auf, die Schlaffragmentierung schien geringer zu sein. Die zugrunde liegenden – direkten oder indirekten hormonellen? – Mechanismen sind allerdings unklar. Nachdem die HRT mit vaskulären Nebenwirkungen einhergeht, die deutlich schwerer wiegen können als diese leichten positiven Effekte, sollte vor Beginn einer HRT im Einzelfall eine sehr kritische Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.
Quelle: Tranah, GJ: Postmenopausal hormones and sleep quality in the elderly: a population based study., Zeitschrift: BMC Women`s Health, Ausgabe 10 (2010)

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